Entstehungsgeschichte des OLBA-See

Kleinsaubernitz - ein früheres Heidebauerndorf - 1419 erstmalig erwähnt, verdankt seinen Namen dem sorbischen Begriff für den Auerochsen, der im frühen Mittelalter noch in der Region vorkam und stellt die Verkleinerungsform im Gegensatz zu Großsaubernitz dar.

Ungefähr seit 1865 wurde in Kleinsaubernitz Braunkohlenbergbau betrieben. Es begann damit, dass die Bauern der Umgebung Löcher auf ihren Feldern gruben, um an die oberflächennahe Braunkohle zu gelangen. Der Tagebau entstand. Zuerst im Schachtbau, vom Ausbiss - wie der Bergmann sagt - also dort, wo die Kohle an die Oberfläche kam, dem Flöz in die Tiefe folgend.

Später wurden die obersten Schichten im Tagebau, die tieferen weiterhin Untertage abgebaut. Etwa 400 Bergleute arbeiteten hier. Die gewonnene Kohle wurde unmittelbar neben der Grube, in einer Brikettfabrik verarbeitet.

1909 übernahm ein gewisser Ignatz Petschek aus Aussig (Usti) den Hauptanteil der Gesellschaftsanteile der OLBA - GmbH. Der Tagebau erreichte eine maximale Tiefe von 38m und die tiefsten Sohlen der untertägigen Schächte waren 70m tief. Ein Hauptproblem war damals das der Grube zusetzende Grundwasser. Aber auch die Qualität der Kohle genügte unter zunehmenden Konkurenzdruck (u.a. aus dem Senftenberger Revier) kaum noch den Ansprüchen der Kunden.

Am 3. Oktober 1927 meldete 6.00 Uhr früh ein Kettenbahnwärter Feuer. Um  noch alle Bergleute aus der Grube zu retten, wurde sofort die Ventilation ausgeschaltet, um ein Ausbreiten des Feuers zu verhindern. Da die Ventilatoren verfrüht wieder eingeschaltet wurden und zu diesem Zeitpunkt die Wettertüren falsch eingestellt waren, wurde der Rauch in die Stollen und Schächte gedrückt. Bei diesem Brand fanden drei Bergleute während der Löscharbeiten den Tod durch Rauchvergiftung, so auch Hauer Robert Rohleder aus Kleinsaubernitz. Am 7. Oktober 1927 wurden die Löscharbeiten wegen der akuten Rauchvergiftungsgefahr eingestellt.

Der Vorsitzende der damaligen Konzernleitung Dr. Gabelmann schrieb dazu in einem Brief am 27.10.1927:

„Nach dem Bericht steht unbedingt fest, dass Selbstentzündung der Kohle nicht vorgelegen hat. Es kann also nur das eine übrig bleiben, dass der Brand durch Unvorsichtigkeit oder auch absichtliche Brandstiftung ausgebrochen ist." Zwangsläufig erfolgte die Stilllegung, da aus Sicherheitsgründen eine Wiederaufnahme des Betriebes nicht mehr in Frage kam. 223 Bergleute verloren ihren Arbeitsplatz. Schon am 20.10.1927 wurde der Ausbau der letzten Grubenpumpe genehmigt. Die Grube soff daraufhin ab.

Gerüchten zufolge handelte es sich um Brandstiftung, da das Unternehmen in den roten Zahlen steckte (konnte aber nie bewiesen werden).

 

Die ca. 50 ha große Insel war eine bronzezeitliche Wohnsiedlung mit immerhin 500 - 600 Bewohnern. Durch den Bergbau wurde sie größtenteils zerstört. Fundstücke der damaligen Besiedlung sind im Bautzener Museum ausgestellt, liegen aber auch weltweit verstreut in anderen Ausstellungshallen.


 

   

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